Tag 10 - Freitag - 28.09.2018
Sunrise: 06:44   Sunset: 18:38

Unionville, NV - Susanville, CA

Wir waren echt froh, diese Nacht hinter uns gebracht zu haben, am Morgen benetzen wir das Nötigste mit Wasser, nehmen ein kurzes Frühstück ein und los geht es.
Wirklich schade, das Haus ist schon schön, aber an der Sauberkeit muss der Besitzer wirklich arbeiten. Bei Booking hat das Haus nur gute Bewertungen, keiner schreibt was von Unsauberkeit, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur bei uns so dreckig war.

Ok, wir sind natürlich verwöhnt, wir wohnen schön und sauber und sind normalerweise in besseren Hotels. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass so etwas bei einer Bewertung unerwähnt bleiben kann.

Heute ist wieder ein ganz wunderbarer Tag, der Himmel ist mal wieder blau, hat jedoch ein paar leichte Wolken, ganz schön schaut das aus.

Wir haben die Wahl, entweder zur Interstate nach Winnemucca zurück zu fahren oder über ein paar Gravelroads zu düsen, wir wählen natürlich die Gravelroads. An dieser machen wir schon bald etliche Fotos, das Licht ist zu schön heute früh.

Nördlich von Lovelock stoßen wir auf die I-80.

Lovelock sehen wir uns kurz an. Hinter dem Courthouse befindet sich die Attraktion des Ortes. 10000 Liebesschlösser sind an einigen Zäunen angebracht.
Ich persönlich kann mit diesem Trend nichts anfangen. Unsere Liebe hält schon 25 Jahre, ohne Liebesschloss. Fotografiert wird es trotzdem.

Hinter dem Ort ist wieder die I-80 die einzige Option, bzw. können wir zum Teil auf einer Frontage Road fahren. Von dort aus hat man einen guten Blick auf die Interstate. Um auf die Interstate zurück zu kommen, weil die Frontage Road endet, müssen wir hier durch, ob das klappt?

Der nächste kurze Stopp ist Fernely. Mann, ist das voll in dem Ort, aber es geht wieder auf das Wochenende zu und somit ist alles auf den Beinen und im Freizeitstress, mit Wohnwägen, Wohnmobilen und vollgepackten Autos. Stehen alle an der Tankstelle. Obwohl sie keinesfalls billigen Sprit anbieten, müssen wir ewig warten, auch eine Tüte Eis kostet 3,50.

Wir beobachten des Öfteren, dass die wartenden Leute beim Tanken rauchen und telefonieren. Diese durchaus sinnvollen Regeln sind natürlich wie immer nur für die anderen gemacht.

Jetzt verlassen wir die I-80 endlich und biegen auf die 447 nach Nixon ab, dort liegt der Pyramide Lake, den wir uns gerne näher ansehen wollen.

Der Pyramid Lake hat eine Fläche von 487 km² und befindet sich etwa 60 km nordöstlich von Reno im Great Basin. Der etwa 40 km lange und 20 km breite See wird über den Truckee River vom Lake Tahoe gespeist. Der See wird von den Pyramid Lake Paiute Tribes verwaltet.
Der See ist von steppiger und wüstenartiger Landschaft umgeben. Trotz der recht reichhaltigen Wasserzufuhr durch den Truckee River nimmt sein Wasserinhalt stetig ab, da im heißen und trockenen Wüstenklima die Verdunstung größer ist als die Menge des zufließenden Wassers. Der Salzgehalt liegt bei etwa 1/6 dessen von Meerwasser. Mehr Infos mit einem Klick auf das Bild.

Daher gehen wir mal ins Visitor Center, denn bei einer Recherche bin ich drauf gestoßen, dass man ein Permit benötigt, wenn man runter zum See und vor allem zu den Inseln will.
Der See liegt auf dem Land der Pyramide Lake Paiute Tribes, die das Visitor Center verwalten.

Im VC ist eine Dame gerade damit beschäftigt zu essen, wir sagen ihr, sie kann erst mal zu Ende essen wir sehen uns um; nö, macht sie nicht, sie versucht, uns mit vollem Mund alles zu erklären.

Wir fragen sie nach dem Hike zu den Inseln, den wir machen wollen und bitten um ein Permit, aber sie teilt uns mit, dass diese Seite des Sees geschlossen ist. Wegen Vandalismus.
Auf der Insel sind Tuff-Felsen, diese sind sehr zerbrechlich.

Na super, jetzt können wir unser Vorhaben nicht durchführen. Dann fragen wir noch, ob wir auch ein Permit benötigen, wenn wir nur am See entlangfahren, Fotos machen und uns mal für ‘ne halbe Stunde hinsetzen. Sie sagt, sie weiß es nicht, meint aber, dass wir dafür kein Permit benötigen.
Ok, wir bitten sie, uns das schriftlich zu geben, falls einer kommt, um das zu kontrollieren. Sie zögert aber damit und versteht nicht, dass wir sicher sein wollen bezüglich ihrer Aussagen. Nach langem Hin und Her schmiert sie auf einen Zettelt: „Just want do take pictures. Shelly“.

Öhm. Nun gut, müssen wir wohl mit leben. Wir fragen uns, warum die da arbeitet, wenn sie keine Ahnung hat.

Wir fahren die nicht gesperrte Straße des Sees ab und suchen uns einen Platz, wo wir in Ruhe etwas sitzen können. Packen unsere Stühle aus und machen ein Picknick. Es ist natürlich schon ärgerlich, dass man mal wieder wegen einiger Idioten nicht das sehen kann, was man will. Denn die Inseln sind das eigentliche Highlight des Sees.

Nachdem wir ca. 20 Minuten da hocken, kommt auch schon ein Ranger und fragt nach unserem Permit. Ganz große Klasse. Wir sagen ihm, dass Shelly aus dem Besucher- Zentrum gesagt hat, dass wir keins benötigen, wenn wir hier nur sitzen.
Er ist zwar nicht ganz zufrieden, sagt aber, das sei ok, aber wir dürfen nicht an den Strand gehen. Und unseren Müll sollen wir auch wieder mitnehmen, öhm ja sicher, der Strand ist zwar extrem verdreckt, es käme auf unseren Müll nicht an, aber wir nehmen immer alles wieder mit, selbstverständlich.

Wir bleiben noch eine Weile sitzen, machen ein paar Bilder und fahren dann die Straße, die am See entlang führt, weiter.

Dieser See ist schon cool, wie er so daliegt, in the middle of nowhere, drum herum alles karg. Am Ufer stehen bizarre Felsen aus Tuffstein.
Wir sind uns jetzt aber unsicher, ob wir hin können oder nicht, daher halten wir uns immer nur kurz an den Zugängen zum See auf. Viele der Felsen sind auch hier mit Graffitis beschmiert und zum Teil auch schon abgebrochen.

Wir werfen noch mal einen Blick auf die Karte, die uns Shelly gegeben hat, und ich muss feststellen, dass die Straße, die ich nach Susanville fahren wollte, auch gesperrt ist.
Wir vergewissern uns noch mal über diese Situation in der Marina, dort teilt mir eine Frau mit, dass das so ist, die Straßen sind seit einem Jahr nicht befahrbar, ausgewaschen. Shit, google hat mir die Strecke als befahrbar angezeigt.

Jetzt müssen wir eine andere Strecke in Angriff nehmen und zwar die an Reno vorbei über die 395. So was kommt eben vor. Wir drehen also um und fahren zurück zum Abzweig der 445 nach Westen.

Ich schaffe es, uns so zu führen, dass wir oberhalb von Reno vorbeifahren können, einmal durch schöne Wohngebiete.

Nördlich von Reno direkt am Hwy 395 heißt California uns Willkommen.

Erst gefällt mir der Gedanke, immer auf der 395 nach Norden zu fahren, gar nicht, dann finden wir immer wieder kleine Highways, die parallel führen und wir entdecken ein paar schöne kleine Orte mit alten Farmen, Kirchen und Häusern.

Es dämmert langsam bzw. die Sonne ist hinter den Bergen verschwunden, wir sehen viele Rehe, meist in den Vorgärten der Häuser.
Die Landschaft verändert sich, es wird waldiger.

Gegen halb 7 Uhr kommen wir in Susanville an, dort machen wir schnell ein paar Bilder von der Lumber Jack Figur, die vor dem gleichnamigen Restaurant steht.

Dann checken wir ins Super 8 ein. Nachdem das Super 8 in Wendover gar nicht so schlecht war, sind wir recht guter Dinge bezüglich dieses Motels, das ändert sich aber schnell.

Das ist hier eins der Super 8, deretwegen wir aufgehört haben, Super 8 zu buchen. Es ist schon ein wenig schäbig, die Zimmer sind zwar etwas moderner gestaltet als früher, aber es riecht muffig und vor allem ist das Publikum ganz furchtbar.

Wir erfahren, dass in Susanville ein großer Knast ist. Diese Leute hier sind keine Touristen, die in den Lassen Volcanic NP wollen wie wir, sondern zum Großteil wohl die Verwandtschaft der Inmates, die nur am Wochenende zum Besuch anreisen.

Bei der Ankunft haut uns gleich mal einer seine Tür in die Seite vom Auto. Im Pool sind, obwohl es schon dunkel ist, viele Kinder, die sich und ihre Eltern lautstark anbrüllen. Im Gang hoch zu unserem Zimmer sitzt ein Typ, der Zigarillos raucht, eine nach der anderen und die Packungen und Kippen einfach so auf der Treppe liegen lässt.

Wir gehen auf dem Weg zu unserem Zimmer an Zimmern vorbei, in die wir einen kurzen Blick erhaschen und gruseln uns ein wenig vor den Gestalten. Wir wundern uns immer wieder, wie gut viele Charaktere in Serien gecastet werden, die gibt es alle wirklich. Oder sind wir gerade in einer Serie? Ab und zu kommt es uns so vor. Stell Dir vor, du steigst aus dem Auto aus und bist mitten in Breaking Bad im Crossroads Motel. Hier haben wir das Gefühl, wir sind unter die Verwandtschaft von „Orange ist the new black“ geraten. Die Folks von Tasha Jefferson, Dayandra Diaz, Gloria Mendoza, Maria Ruiz sind alle neben uns in den Zimmern.

Wir verlassen das Zimmer noch einmal, weil wir Hunger haben, finden aber nicht wirklich was, das uns zusagt. Im Lumberjack gegenüber ist es proppenvoll und beim Walmart haben sie keine Auswahl bzw. nur auf das Publikum angepasste Waren. Wenn man gerne mexikanisch isst, dann ist man richtig.

Im Zimmer machen wir uns eine Nudelsuppe, ist auch lecker.

Vor die Türe schieben wir einen Stuhl, sicher ist sicher. Zum Glück ist es das letzte Super 8 auf der Reise. Wir lassen den Tag im Zimmer anhand der Bilder Revue passieren, trotz der Einschränkungen und Änderungen hatten wir jedoch einen tollen Tag, haben viel gesehen und vor allem hatten wir auch wieder tolles Wetter.
Wir freuen uns auf den morgigen Tag im Nationalpark und die Natur und schlafen mit dem Gedanken ein.

Hotel: Super 8 by Wyndham - Susanville, CA
Bewertung: mittel +-
Bemerkung: mittelmäßiges Hotel
Wetter: Sonnig - am Morgen ca. 60°F (15°C) Nachmittags 84°F (28,5°C)
Sights: Lovelock, Pyramide Lake, Lumber Jack
Wanderungen: -
Abendessen: Nudelsuppe im Zimmer

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