Tag 11 - Samstag - 29.09.2018
Sunrise: 07:05   Sunset: 18:54

Susanville, C A- Lassen Volcanic NP – Redding, CA

Erstaunlicherweise haben wir recht gut geschlafen. Im Hotel ist alles ruhig geblieben. Der Wecker klingelt um 05.30 Uhr und wir machen uns fertig. Heute wieder mit Dusche am Morgen, denn das Bad ist von der Sauberkeit ok, nicht blitzblank, aber ok.

In Susanville lichten wir noch das Theater ab und verlassen dann den Ort.

Schon bald geht es immer höher in die Berge hinein. Wir sehen jetzt nur noch majestätisch hohe, dunkle Tannen rechts und links der Straße.

Als erstes steuern wir den Trailhead zum Cinder Cone an, der liegt zwar im Lassen Volcanic Nationalpark, aber die Zufahrt ist außerhalb. Dort wollen wir wandern. Den Trailhead erreicht man über eine Gravelroad, die von heftigen Washbords durchzogen ist. Der Tahoe schwimmt mehr über die Straße, als dass er fährt, zu viel Gas geben sollte man vermeiden.
Nach ca. 15 Minuten Fahrt erreichen wir den schon sehr gut gefüllten Parkplatz.

Der Wanderweg beginnt direkt am See. Sehr idyllisch hier.
Wir laufen los und merken schon bald, dass die Beschaffenheit des Bodens schwierig ist, man geht im Prinzip auf Lavaasche, die mal gröber, mal feiner ist, aber mit jedem Schritt rutschen wir weg. Es geht auf diesem Untergrund aber nur für ca. 1 km recht flach durch einen Kiefernwald, bis dann plötzlich der Cinder Cone ins Blickfeld kommt.

Wow, das schaut super aus. Und da müssen wir hoch – nö, nicht wirklich oder? Der Weg auf den Cone steigt zu 90% an und das durch Lavagestein.

Noch am Fuße des Berges, nach ein paar Schritten auf der Lava, halten wir kurz inne und überlegen, ob wir wirklich hoch sollen.
Man sieht ja immer die tollen Fotos von dem Gebiet hinter dem Cone, diese Bilder müssen am Nachmittag aufgenommen worden sein, denn die Seite des Cones liegt gerade in praller Sonne. Selbst wenn wir also oben ankommen würden, hätten wir kein gutes Licht. Ich sage zu Mario, mir ist es egal, ob wir hochlaufen. Wir wollen es aber

Es geht sehr langsam voran. Mann, lässt sich das scheiße laufen, Mario hat noch den schweren Rucksack auf dem Rücken und es bläst ein heftiger Gegenwind, das kommt erschwerend hinzu.
Alles wollen hilft nichts Mario geht es nicht sehr gut, entweder die Höhe oder die Anstrengung mit dem Rucksack, auf jeden Fall bekommt er nach ca. einem Viertel des anstrengenden Pfades extreme Kopfschmerzen. Wir machen immer wieder Pausen, aber so hat es ja keinen Zweck.
Die Leute, die vor uns gehen, kommen auch sehr, sehr langsam voran. Wir sehen sie immer wieder rasten.
Wir entscheiden, es ist keine Schande aufzugeben und gehen zurück zum Fuße des Aschekegels.

Unten herum führt noch ein Weg, nehmen wir eben diesen, um auf die andere Seite zu gelangen. Ein Stück laufen wir noch, aber Marios Kopf geht es nicht gut und da das nicht mehr aufhört, drehen wir nach ein paar Fotos wieder um.
Meine Sehne macht sich beim Laufen durch die Asche auch bemerkbar. Wir sind eben keine 20 mehr wie die Leute, die uns den Ascheberg joggend entgegen kamen.

Der Weg zum Auto will nicht enden. Endlich am Auto essen wir etwas und ziehen uns um, denn inzwischen ist es warm geworden.
Wir hoffen, dass die anderen Trails im Nationalpark von besserer Beschaffenheit sind, denn auf Asche mag ich nicht noch mal laufen.

Marios Kopf geht es auch, nachdem der den Rucksack ab hat und ein bisschen gegessen hat, wieder gut, so fahren wir weiter.

Auf meiner Liste steht eine Mufflerman in Hat Creek.
Dieser Abstecher muss sein, denn wir lieben die Mufflermen, die es im ganzen Land verteilt gibt. Unsere Sammlung ist aber noch lange nicht vollständig.

Nach diesem Abstecher geht es zurück in den Park. Bis man den Eingang erreicht, fährt man ewig und auch nachdem man durch den Eingang durch ist, fährt man ewig durch den Wald. Ganz am Anfang befindet sich der Manzanita Lake, in dem sich der Lassen Peak spiegeln könnte, wenn man keinen Wind hat, heute kräuselt sich jedoch die Wasseroberfläche zu sehr.

Da wir uns vom Hike wieder erholt haben, gehen wir den nächsten, und zwar zum King Falls. Dieser Trail ist laut Beschreibung 3,7 km lang.

Leichter gesagt als getan, denn wir müssen erst mal einen Parkplatz finden. Dass die vielen Asiaten nicht einparken können, macht die Situation nicht einfacher.
Schlussendlich finden wir eine Lücke, in die passt unser Tahoe sehr großzügig, zwei Asiaten sind vorher mit einem Sedan dran gescheitert.
Der Trail ist voll und trennt sich nach einer Weile in „Up and Down“, natürlich hält sich keiner an diese Regelung, so dass sich neben den Leuten, die man überholen muss, auch noch viel Gegenverkehr bildet. Einige laufen mit Flipflops über den steinigen Untergrund und sind dementsprechend langsam und vorsichtig unterwegs.

Am Wasserfall angekommen, stellen wir fest, dass dieser genau in der Sonne liegt. Das macht es natürlich nicht einfach, ein gescheites Bild zu machen. Zudem müssten wir, um den Wasserfall ganz auf das Bild zu bekommen, eine Kletteraktion durchführen, bei der man sich den Hals brechen könnte. Also verzichten wir.
Wir müssen uns mit dem Anblick, den man von den Plattformen hat bzw. ein paar Schritte tiefer, zufrieden geben.

Zurück gehen wir natürlich den richtigen Weg, auf dem wir ganz alleine sind, der Weg geht immer dem Bach entlang und bietet uns noch ein paar wunderschöne Ausblicke auf die Cascaden. Diese sind schöner als der eigentliche Wasserfall selber.

Obwohl der Trail offiziell nur 3,7 km lang ist, sind wir am Ende 4,2 km gelaufen. Dafür waren wir 1:50 Stunden unterwegs. Hin geht es nur runter, zurück nur hoch. Es ist ein toller Hike, der uns richtig gut gefallen hat, vor allem, wenn man den richtigen Rückweg an den Cascaden vorbei läuft.

Der Tag neigt sich dem Ende zumindest lichttechnisch, daher fahren wir die ganze Strecke zum Ausgang zurück. Wir drehen noch eine kleine Runde am Manzanita Lake, dort ist es uns zu voll. Leute sitzen rum, machen unerlaubterweise Feuer und belagern die schönsten Fotoplätze.

Wir verlassen den Park gegen 17:45 Uhr. Morgen kommen wir noch mal zurück.
Ein Sight steht noch auf meiner Liste für heute, und zwar ein weiterer Mufflerman. Dieser soll in Viloa stehen, auf dem Gelände eines Christian Camps. Meine Beschreibung ist wirr und schlägt vor, sich durch das Gebüsch zu schlagen, um hinzukommen. Wir wählen den offiziellen Weg und parken beim Camp und fragen einfach nach, ob wir den Mufflerman fotografieren können.

Ein paar Leute, die auf dem Parkplatz rumlaufen, kennen sich nicht aus, weil sie Gäste für ein Seminar sind, das gerade stattfindet. Sie sagen, wir sollen einfach mit in die Kantine kommen, dort gäbe es Leute, die hier leben.
So machen wir das auch. Wir fragen rum und einer der Köche kennt den Mufflerman, er gibt uns die Wegbeschreibung. Dann sagt er: „Ach, wisst ihr was, ich fahre euch kurz hin“.

Wir dürfen in ein Golfcart steigen und er bringt uns die ca. 1000 Meter zum Mufflerman. Diesen hätten wir nicht gefunden, wenn wir alleine rumgestöbert wären.
Wir finden das super nett von dem Koch und bedanken uns sehr. Wir reden noch ein bisschen mit ihm über dies und das, auch über Politik in den USA und Deutschland. Dann bringt er uns zurück zum Haus. Das ist mal wieder ein tolles Erlebnis gewesen.

Jetzt wird es Zeit, das Hotel aufzusuchen, es ist schon dunkel, als wir Redding erreichen.
In Redding haben wir für drei Nächte ein Zimmer im Hilton Garden Inn reserviert.

Welch eine Wohltat, das Zimmer ist groß, sauber, riecht gut und ist gemütlich.

Nachdem wir unsere Sachen abgestellt haben, fahren wir zum Essen, heute mal wieder bei Applebee’s. Unser Gericht schmeckt gut und macht satt.

Heute kommen wir erst später ins Bett, es ist schon fast 23:30 Uhr, als wir einschlafen.

Hotel: Hilton Garden Inn - Redding, CA
Bewertung: sehr gut ++++
Bemerkung: schönes Hotel ausserhalb der Stadt
Wetter: 45°F (7,2°C) bis 72°F (22C°) Im Park 51° (10.5°C) meist sonnig am Nachmittag ein paar Wolken
Sights: Lassen Volcanic NP , Mufflerman Hat Creek, Redding
Wanderungen: Cinder Cone, King Falls
Abendessen: Applebee's Redding, CA - (Chicken + Gemüse)