Tag 22 - Mittwoch - 10.10.2018
Sunrise: 06:53   Sunset: 18:17

Tonopah, NV – Belmont, NV - Manhatten, NV - Tonopah, NV

Am Morgen schlafen wir erst mal aus. Mario geht es dann zum Glück wieder etwas besser. Zumindest sind seine starken Kopfschmerzen weg, die er immer erleiden muss, wenn er einen Infekt hat.
Im Zimmer gibt es nach einer ausgiebigen heißen Dusche Tee und Müsli als Stärkung für den Tag, dann packen wir unsere Kameras ein und fahren los.

Zwar nicht unsere Richtung diesen Morgen, aber wir fahren erst mal kurz zum Clown Motel, das ist in Tonopah an der Hauptstraße, angeblich soll es dort spuken. Wir werden es nicht feststellen, denn wir werden hier wohl nie übernachten. Das Hotel soll vollgestopft sein mit Clowns, und es gibt ja Leute, die Angst davor haben, die haben wohl zu viel Stephen Kings „ES“ geschaut.

Unser Ziel heute sind zwei Ghosttowns, Manhattan und Belmont. Mal sehen, ob wir uns dort gruseln. Beide befinden sich etwa 50 Km nördlich von Tonopah.

Wir fahren erst auf den Highway 6, dann biegen wir auf die Straße 376 ab und folgen später nur noch der 82 bis zum Abzweig der Manhattan Road.
Das ist eine sehr einsame Gegend hier. Aber gruselig ist es nicht. Vor allem nicht bei dem wunderbaren Wetterchen. Der blaue Himmel und wunderschöne Wölkchen begleiten uns den ganzen Tag.

Die Manhattan Road ist eine Schotterstraße, die uns direkt in den alten Minenort führt.
Die Mine und der Ort wurden ursprünglich 1867 im Zuge des Silberbergbaubooms gegründet.

Heute leben in Manhattan ein paar wenige Leute, von der Mine stehen nur noch ein paar Teile.

Manhattan ist eine Stadt im Nye County, Nevada, man erreicht den Ort über die Nevada State Route 377
Der Ort liegt etwa 80 km nördlich von Tonopah, der Bezirkshauptstadt.
Die Mine und der Ort wurden ursprünglich 1867 im Zuge des Silberbergbaubooms gegründet.

George Wheeler fand das Gebiet im Jahr 1871 verlassen. Dann strömten im Jahr 1905, als Teil des Goldbooms, ca. 4000 Menschen in die Region um dort nach Gold zu suchen.

Klick auf das Bild für mehr Infos.

Obwohl noch Menschen hier leben, treffen wir keinen einzigen. Es gibt sogar ein Hotel im Ort, aber auch hier kein Zeichen von Leben. Wird es jetzt doch gruselig?

Langsam fahren wir die Main Street runter, wir entdecken oberhalb des Ortes eine schöne Kirche. Dazu parken wir unser Auto und laufen den Berg zur Kirche hoch. Von oben sehen wir einen alten Mann auf seinem Schrottplatz werkeln, zumindest einer lebt wohl hier. Im Übrigen hat jedes Haus einen privaten Schrottplatz. Schon praktisch, wenn man alles so einfach entsorgen kann und keinen stört es. Weder der Anblick noch, dass eventuell Reste von Sprit oder anderen Chemikalien ins Grundwasser laufen. Ok, schon ein bisschen gruselig.

Für uns sind es gute Motive, aber drüber nachdenken, was die hier der Landschaft auf Dauer antun, sollte man besser nicht.

Es geht noch kurz zur Manhattan-Mine, viel mehr hat der Ort nicht zu bieten. Ist aber cool hier, die Kirche gefiel uns am besten.

Wir fahren über die Manhattan Road zurück auf die 82, von dort aus geht es noch ca. 15 km nach Norden in den Ort Belmont, ebenfalls eine alte Silberminenstadt.

Belmont wurde 1865 nach einem Silberstreik gegründet. Neben dem Silber wurden auch andere Mineralien wie Kupferblei und Antimon abgebaut. Der Boom brachte Siedler in die Stadt und die Stadt Belmont wuchs. Im Jahr 1867 wurde Belmont zur Kreisstadt des Verwaltungsbezirkes Nye.
Die Stadt verfügte über vier Geschäfte, zwei Salons, fünf Restaurants, einen Stall, ein Postamt, ein Courthouse, eine Bank, eine Schule, ein Telegrafenamt, zwei Zeitungen und eine Schmiede.
Klick auf das Bild für Infos zu Belmont.

Auch hier ist es wie ausgestorben. Freut uns, denn so können wir uns alles in Ruhe ansehen. Wir laufen den Ort ab. An der Hauptstraße sind ein paar Ruinen zu finden. Weiter hinten im Ort ist eine Art Freilichtmuseum.

Dann gibt es noch das alte Courthouse. Die einzigen Bewohner, die wir zu Gesicht bekommen, sind diese zwei hier. Neugierig kommen sie hervor, aber genauso fix sind die wieder weg.

Am Anfang des Ortes befinden sich noch Reste der Mine, dazu steigen wir wieder ins Auto und düsen da noch vorbei.
Zwei Biker sitzen dort und machen eine Pause. Der eine gibt uns ungefragt eine Lektion in „Mineologie.“

Mario fragt ihn pseudo-interessiert, woher er denn das alles weiß, da sagt er nur: „I read books, you know.“

Bei meiner Recherche am Abend über die Belmont Mine merken wir, dass er uns nur Mist erzählt hat. Aber er hörte sich wohl gerne sprechen.

Es ist erst 13:00 Uhr und wir haben unsere Vorhaben für heute schon durch. Was nun?
Auf dem Hinweg hatten wir ein Schild gesehen: Campingplatz. Diesem folgen wir nun.

Auf dem schönen Campingplatz suchen wir uns einen Stellplatz, packen mal wieder unsere Stühle raus und wollen ein bisschen ruhen. Leider kommen schon bald zwei Familien mit lauten Kindern. Müssen die denn nicht in die Schule? Wohl nicht.

Trotzdem bleiben wir noch eine Weile hocken, weil wir eh nichts anderes vorhaben, schön ist es ja hier.
Nach ca. einer Stunde fahren wir zurück nach Tonopah.

Dort drehen wir zu Fuß eine Runde im Ort. In Tonopah selber gibt es auch ein Mining- Museum. Wir gehen aber nicht rein.

Nachdem wir uns im Ort alles Sehenswerte angeschaut haben, erkundige ich mich, ob Mario heute fit genug ist, um noch mal nach Goldfield, besser gesagt zum International Car Forest, zu fahren, um dort zum Sonnenuntergang zu bleiben.

Er ist zwar nicht super fit, aber fühlt sich gut genug für dieses Vorhaben. Wäre ja auch schade drum, wir sind ja schließlich nicht ständig in dieser Ecke. Und der Himmel wird sicher eine tolle Färbung bekommen, wenn die Wolken so bleiben.

So fahren wir noch mal die Stunde nach Goldfield rüber, ohne Stopps im Ort, direkt zum Car Forest.

In der Zwischenzeit haben sich die Wolken verändert, die Miniwolken haben sich in größere Streifenwolken formatiert. Schon bald merken wir den Sonnenuntergang nahen, da sich der Himmel rötlich verfärbt.
Den eigentlichen Sunset bekommen wir aufgrund der Lage hinter den Bergen nicht mit.
Das macht aber gar nichts, denn uns gefällt es auch so wahnsinnig gut.

Wie gut, das zeigen nur die Bilder, keine Worte meinerseits.

Irgendwann müssen wir uns losreißen, das Licht wird schlechter und es ist plötzlich richtig kalt geworden, jetzt muss Mario aufpassen, dass er nicht zu kalt wird, daher setzen wir uns wieder in den Tahoe und nehmen die 95 unter die Räder, mal eben 44 km zurück nach Tonopah.

Dort ist es schon stockdunkel, als wir aussteigen, was uns dazu veranlasst, noch ein paar Bilder vom Hotel zu machen.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage nach dem Abendessen, Tonopah hat nicht so richtig was zu bieten. Das Essen im Hotelrestaurant hat uns gestern nicht gemundet.
Wir fahren noch mal durch den Ort und holen uns beim Burger King etwas. Ich einen Salat mit Chicken, Mario einen Burger. Geht rein, macht satt, aber das ist sicher für lange, lange Zeit wieder das letzte Mal, dass mich ein Burger King sehen wird.

Im Hotel geht es für Mario in die heiße Wanne, dann gucken wir noch ein bisschen Friends, sonst kommt ja nichts.

Gegen 22:00 Uhr sind wir eingeschlafen.

Hotel: Mizpah Hotel - Tonopah, NV
Bewertung: gut +++
Bemerkung: historisches Hotel in Tonopah
Wetter: 49°F (9,4°C) in der Früh - Nachmitags 65°F (18°C) - Sonnig mit ein paar Wolken
Sights: Belmont, Manhattan, International Car Forest, Tonopah
Wanderungen: -
Abendessen: Burger King, Tonopah (Salat + Burger)

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