Tag 25 - Samstag - 13.10.2018
Sunrise: 06:59   Sunset: 18:22

Bridgeport, CA – Buttermilk Country - Big Pine, CA

Mann, sind wir froh, das Motel verlassen zu können. Wieder war es eine eiskalte Nacht, dafür ist der Himmel erneut wolkenlos.

Schon bald sind wir auf dem Highway unterwegs nach Süden. Kurz hinter Lee Vining steht diese wohl sehr oft fotografierte alte Scheune.

Der June Lake Loop ist heute Morgen unser Ziel. Mit ein paar Fotostopps fahren wir zum See.

Am See ist ein Campingplatz und es ist schon jetzt um kurz vor 9 Uhr überfüllt mit Foliage-Jägern und Anglern.
Ein Bild ohne Leute drauf zu bekommen ist fast unmöglich.

Die Landschaft ist aber auch eine Augenweide, kein Wunder, dass es alle aus der Stadt hierher zieht.

Kurz fahren wir zurück auf den Highway 395, um ihn bei Mammoth Lakes wieder zu verlassen. Mammoth Lakes ist ein größerer Ort, sehr touristisch erschlossen.
Nicht der Ort ist unser Ziel, sondern der Hike zum Crystal Lake.

Wir parken auf einem der letzten Parkplätze und laufen los. Zum See geht man ca. 2,5 km, immer berghoch, natürlich.

Ist das bezaubernd hier, wir haben tolle Ausblicke auf den Lake Gorge, und die Bäume sind gigantisch hoch und breit, wunderbar.
Natürlich sind wir nicht alleine unterwegs, aber nervig sind im Prinzip nur die Hundehalter, die ihre Hunde ohne Leine laufen lassen. Irgendwie muss jeder Hipster einen Kampfhund haben, das ist voll in gerade.

Zum See sind wir etwa 45 Minuten unterwegs, dort legen wir ein Päuschen ein, was allerdings nicht so lange anhält, weil der See zum Hunde-Swimmingpool wird und es zudem auch nicht super warm ist. In der Sonne geht es, aber zum Längersitzen – da friert mir der Po.

Mittags sind wir dann wieder unten auf dem Highway 395, dem wir weiter nach Süden folgen. Eigentlich wollten wir zum Lake Crawley, dort will man aber 10$ Eintritt haben. Nö, nicht für ‘ne halbe Stunde.

Wir finden eine Straße, die parallel der 395 führt und genießen die Fahrt durch die herrliche Landschaft, links ist immer die Sierra und rechts Wiesen und Wälder oder mal ein Ort.

Hungrig in Bishop angekommen, würden wir gerne etwas anderes essen als Brote, denn die hängen uns zum Hals raus, aber der Ort ist überfüllt. Sogar an der Tankstelle, an der wir unser Eis auffüllen, warte ich ewig, um zahlen zu können.

So legen wir eben in den Buttermilks wieder mal ein Picknick ein und würgen uns die trockenen Brote rein.

Dann erkunden wir die Gegend.

Die Buttermilks sind ein bekanntes Ziel für Kletterer und zum Offroad-Fahren. Sie bieten zudem sehr pittoreske Felsformationen, so dass es auch für Fotografen ein Eldorado sein kann. Das Gebiet ist unendlich und riesengroß, wir wissen gar nicht, wo wir hinfahren sollen. Daher sind wir ein wenig planlos, halten schlussendlich irgendwo an und gehen zu Fuß die Felsen erkunden.

Für eindrucksvolle Bilder ist das Mittagslicht sicherlich nicht ideal. Der Anblick der Felsen findet trotzdem großen Anklang bei uns beiden. Vor allem das Laufen und Wege-hindurch-Finden macht uns großen Spaß.
Vor allem ist es eine Wohltat nach den überfüllten Orten zuvor, ganz alleine hier zu sein.
Später gesellen sich noch ein paar Kletterer zu uns.

Gegen 13:15 Uhr verlassen wir diesen beeindruckenden Fleck wieder, da wir heute noch ein paar Orte auf dem Plan haben.
Wir wollen zum Sabrina Lake und zum North Lake, da dort die Espen ganz besonders schön sein sollen.
Das wissen nicht nur wir, sondern auch alle anderen. So stehen an jeder Parkbucht den Highway 168 hoch zum See bei Apsendell Asiaten, alle bewaffnet mit einer großen Kamera. Alle reden wild durcheinander und sind echt rücksichtslos. Ein Typ hat drei Frauen dabei, die er wohl antreibt, mehr Fotos zu machen. Als wir uns neben sie stellen, rempeln sie uns fast weg.

Am Sabrina Lake ist kein Parkplatz frei, neben den ganzen PKW stehen dort drei Reisebusse, aus denen alle entladen werden. Schlimm.
Entkommen kann man dem hier nicht, entweder man fährt wieder oder man wühlt sich durch die Menschenmassen. Wir entschieden uns für Erstes.

Am North Lake sieht das Bild nicht anders aus. Die Asiaten haben sich geradezu die schönsten Plätze gesichert, wenn einer mal kurz geht, machen sich die Verbleibenden so breit, dass kein anderer mehr die Chance hat, dort auch ein Bild zu machen.
Das macht keinen Spaß. Das artet in einen Kampf aus und wir mögen keine Kämpfe, schon gar nicht für ein Foto. Wir müssen zum Glück mit den Bildern kein Geld verdienen und werden uns sicher den Spaß durch so ein blödes Verhalten nicht vermiesen lassen.
So ziehen wir von dannen.

Der Tag vergeht sowieso wieder viel zu schnell und so ist, als wir beim nächsten Punkt auf meiner Liste, dem Ownes Valley Observatory, schon die Sonne fast hinter der Sierra verschwunden.

Da es jetzt zu spät wäre, noch zum Ancient Bristlecone Forest zu fahren, wird das auf den morgigen Tag verschoben.

Wir bleiben heute in Big Pine, wieder in einem einfachen Motel, welches aber gegenüber dem Motel in Bridgeport echt um Längen besser ist.
Das Zimmer ist kleiner, aber strahlt mehr Gemütlichkeit aus. Die Heizung benötigen wir zum Glück nicht, denn es ist warm.
Rechts und links in den anderen Zimmern sind nur Asiaten, wir sehen, wie sie ganze Woks auspacken, um in den Zimmern aufzukochen.

Big Pine hat allerdings wirklich kulinarisch nichts zu bieten, so dass wir am liebsten bei den Asiaten mitessen würden. ☺
In unserer Essensbox finden wir noch eine Nudelsuppe und dazu gibt es die letzten Snacks.

Am Abend sichten wir noch die Fotos und stellen uns schon mal gedanklich darauf ein, bald wieder nach Hause fliegen zu müssen.

Hotel: Bristlecone Manor Motel - Big Pine, CA
Bewertung: mittel +-
Bemerkung: für eine Nacht ok, klein und billig
Wetter: Sonnig 26°F (-3°C) bis 75°F (23°C)
Sights: June Lake, Crystal Lake, The Buttermilks
Wanderungen: Crystal Lake Hike
Abendessen: Nudelsuppe im Zimmer

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