Tag 27 - Montag - 15.10.2018
Sunrise: 06:58   Sunset: 18:15

Ridgecrest, CA - Death Valley - Las Vegas (Henderson)

Nein, heute ist der letzte Tag, wie konnte das nur so schnell vorbeigehen. Vier Wochen Büro ziehen sich doch wie die Hölle. Jetzt kommt es uns so vor, als wären wir gerade erst angekommen, das gibt es doch nicht.

Heute wollen wir den Tag noch mal bis zum Sonnenuntergang nutzen, daher fahren wir durch das Death Valley nach Las Vegas.

Auf meiner Liste steht der Hike durch den Mosaic Canyon. Auf der Homepage vom Death Valley habe ich am Abend gelesen, dass die Straße wegen Unterspülungen gesperrt ist.
Müssen wir wohl was anderes machen.

Wir tanken in Ridgecrest noch mal voll, denn wir kennen die Spritpreise im Death Valley, da kann man schon mal mehr als 5 $ für die Gallone bezahlen.

Dann begeben wir uns auf den Highway 178, der uns schon bald nach Trona führt.
Wir waren schon zwei Mal in Trona. Es hat sich seit 2014 doch einiges verändert.

Trona gehört angeblich zu den Städten mit den meisten Crystal-Meth-Abhängigen der USA.
Können wir gar nicht verstehen, es ist doch wunderbar hier.

Langsam fahren wir durch den Ort, wir steigen nicht aus, sondern halten nur unsere Kameras aus dem Fenster. Wenn ich hier wohnen würde, würde ich nicht drogenabhängig, nein, ich würde mir wohl gleich die Kugel geben oder wegziehen, wie es wohl die meisten Bewohner gemacht haben. Oder wohnt hier noch jemand, man weiß es nicht. Angeblich sollen ca. 1500 Menschen hier leben.

Immerhin gibt es eine schöne Kirche, ein Medical Center und eine Schule. Der einzige lokale Supermarkt, den wir 2014 noch abgelichtet hatten, ist jetzt ein Family Dollar.

Das Motel wurde aufgegeben.

Tronas größter Arbeitgeber ist die Searles Valley Minerals Inc.‘s, die immer noch in Betrieb ist. Das Unternehmen produziert Borax, Borsäure, Soda und Salz. Die Firma besitzt auch die Trona Railway, mit der das Material gleich abtransportiert wird.

Diese Stadt ist in jedem Fall extrem deprimierend, daher umso interessanter als Movie Location.

Empfehlen kann ich euch drei Filme, die in Trona gedreht wurden, „Trona“, „Land of Plenty“ und „Just Add Water“. Insgesamt wurden im Übrigen über 50 Filme hier gedreht.

Jetzt lassen wir diesen Ort hinter uns. Schon bald sind wir wieder mitten in der Wüste und das Death Valley wird sichtbar.

Zur Abwechslung fahren wir heute mal über die Wildrose Road in den Park, in den Jahren zuvor war diese immer gesperrt.
Die Wildrose Road wird zu einer gut befahrbaren Dirtroad. Dann teilt sich die Straße in die Emigrant Canyon Road und Charcoal Kiln Road, wir folgen der Emigrant Canyon Road.

Diese Straße ist wieder geteert, nach ca. 14 km biegen wir nach Harrisburg ab. Harrisburg hört sich jetzt mal groß an, aber es handelt sich um die Überreste einer Mine. Zwei Hütten stehen noch dort. Weiter hinten sehen wir noch ein rostiges Auto.

Ursprünglich sollte die Stadt Harrisberry heissen nach den beiden Männern, Shorty Harris und Pete Aguereberry, die hier 1905 Gold gefunden hatten.
Shorty Harris benannte die Stadt später um.

Harrisburg war eine Zeltstadt, die 300 Einwohner zählte. Heute ist nichts mehr von der Stadt übrig, nur das Haus von Pete Aguereberry.
Zudem gibt es die Überreste der Mine, die sich zwei Meilen weiter rechts vom Feldweg zum Aguereberry Point befinden.

Dort latschen wir rüber. Hier ist der Mineneingang, dunkel ist es.
Wir laufen noch eine Weile auf dem Gelände herum, können aber nichts mehr entdecken, so geht es zum Auto zurück.

Irgendwann stoßen wir dann auf den Highway 190. Bei Stovepipe Wells ist die Hölle los.

Hatte ich schon erwähnt, dass es heute echt kalt ist für diese Gegend? Erst bei den Mesquite Sand Dunes wird es ein wenig wärmer, daher ziehen wir uns auch was Kurzes an. Aber heiß, so wie man es vom Death Valley gewohnt ist, ist es wirklich nicht.

Bei den Dünen steigen wir aus. Wir waren schon einmal hier, am liebsten würden wir sehr weit reinlaufen, aber das Laufen durch den tiefen Sand ermüdet die alten Muskeln schnell.

Wir gehen schon weiter als die meisten Leute.
Viele steigen nur kurz aus, machen ein Bild vom Sand und fahren weiter. Im Prinzip fahren die meisten Leute nur ihren Mustang von Las Vegas aus ein wenig spazieren.

Stolz wie Oscar sitzen Gruppen von Mittzwanzigern in den Sportwagen, als wäre das Pferdchen ihr eigenes. Zu Hause steht bei den meisten wohl maximal ein Fiat Grande Punto oder Ford Fiesta auf dem Parkplatz, aber hier kann man mal auf dicke Hose machen.

Die Mädels dieser Gruppen ziehen sich dann ihr Kleid an und lassen ihren Typen ein paar Handybilder im Sand machen. Das wird dann erledigt wie ein Mega-Fotoshooting.

Wir haben unseren Spaß beim Beobachten der Leute.

Wir setzten uns ein bisschen von der Gruppe, ab und suchen uns sehr weit vom Parkplatz ein paar alte Wurzeln. Immer schon in Deckung bleiben, sonst dauert es nicht lange und man wurde erspäht und eifrig laufen die Handy-Knipser einem hinterher.

(Ich habe nichts gegen Handy Bilder, machen wir auch teilweise. Aber die Leute, die meinen sie wären mit ihren Handy, mit dem sie nur Hochkantbilder machen, die Super- Fotografen und alle andere müssen jetzt aus dem Weg gehen, die finde ich doch etwas suspekt.)

Nachdem wir uns genug amüsiert haben geht es weiter und lange, lange Straßen. Mal kurz zum Visitor Center, wir müssen mal aufs Klo.

Nun das obligatorische Bild von der Temperatur Anzeige, was heute keinen beeindrucken wird.

Nun fahren wir zur Natural Bridge, es ist zwar kein langer Hike, aber immerhin ein bisschen Bewegung.
Das Licht ist grottenschlecht. Aber die Brücke ist schon super.

Am Ende des kleinen Weges sitzen ein paar Leute rum, mit denen reden wir kurz. Einer ist aus Frankreich, die Frau dazu aus Ungarn, zwei Amerikaner und ein Kanadier.

Auf dem Rückweg sehen wir ein Pärchen an der Felswand rumachen. Wir sind uns nicht sicher, aber es schaut so aus, als ritzen sie etwas ein.
Als sie uns bemerken gehen sie von der Stelle weg. Wir sprechen sie drauf an, ob sie das gewesen sind mit dem Ritzen in den Fels.
Der Typ wird gleich böse und sagt auf keinen Fall, so was würden sie nicht machen, sie haben einen Stein fotografiert an der Wand. Wir sagen, es sah aber so aus und wir sind uns sicher, das diese Inschrift auch auf dem Hinweg noch nicht da war.
Der Typ beleidigt uns direkt und meint er hätte 10.000 Euro bezahlt für diese Reise, ja ne ist klar.
Es waren Spanier oder Italiener er kann nicht sehr gut englisch, und er bestätigt noch mal, er wurde so was nicht machen, wir wären dumm und doof.

Ok, wir glauben es jetzt nicht wirklich, aber einen 100% Beweis haben wir auch nicht Wir machen von der Inschrift noch ein Bild.

Am Parkplatz machen wir ein Bild vom Auto der beiden. Bei 10.000 Euro hätten wir ein besseres Auto erwartet. ☺

Mal sehen, ob wir es den Rangern melden wissen wir noch nicht.
(Am Abend haben wir den Rangern vom DV eine Mail geschickt, diese haben letzte Wochen geantwortet, dass sie den Fall untersuchen werden.) Was raus gekommen ist wissen wir nicht.

Auf dem Rückweg vom Natural Bridge Hike fahren wir noch den Artist Drive, hier waren wir zwar schon mal, aber egal ist ja immer wieder schön.

Die Zeit rennt mal wieder, wir haben uns noch für keinen zweiten Trail entschieden, so sehen wir uns noch mal den Zabriskie Point an hier waren wir zu Letzt 2007.
Da war der Weg rauf noch nicht so schön asphaltiert und die Bänke waren noch aus Holz.

Es ist sehr voll und das Licht spielt auch nicht zu 100% mit. Egal, trotzdem sehr schön hier. Als wir so unsere Bilder machen kommt eine Gruppe von Mittzwanzigern an gelaufen. Lautstark machen sie sich breit und stören den ein oder andere andächtigen Blick. Die Mädels der Clique springen direkt über die Mauer, platzieren sich für ihre Selfies, die sich noch heute bei Instagram landen, im Bild aller anderen und rufen sich zu: „Hands in the air, dont’care“.
Wenn das deren Motto ist, dann stehen uns noch düsterere Zeiten entgegen, als wir sie eh schon befürchten.

Wir beenden unseren Besuch somit am Zabriskie Point mit den Gedanken, ob wir dieses Motto auch annehmen sollten, macht es um vieles einfacher. Man kann ohne schlechtes Gewissen rücksichtslos sein, wie geil ist das denn. ☺

Als Abschied aus dem Death Valley fahren wir noch die 20 Mule Team Road. Die Straße führt durch einen gelben Canyon.

Gegen 17:30 fahren wir aus dem Park hinaus. Vor uns liegt immerhin noch eine recht lange Strecke nach Henderson, wo wir unsere letzte Nacht gebucht haben.

Einen kurzen Stopp legen wir noch in Death Valley Junction ein, dann geht es ohne weitere Pausen nach Las Vegas.

Als wir im Hotel ankommen ist es halb 8. Wir packen das Auto aus, schmeißen alles ins Zimmer und fahren das letzte Mal zum Olive Garden. Dort essen wir Nudeln und Salat, es schmeckt wieder ganz hervorragend. Ein Portion lasse ich mir einpacken für den morgigen Flug.

Kurz springen wir noch in den Walmart um ein paar Dinge, die wir gestern vergessen hatten, zu besorgen, dann geht es ins Hotel zurück

Dort packen wir unsere Koffer, die obwohl wir gar nicht viel gekauft haben, extrem voll sind. Beide wiegen am Ende 23kg.

Spät gehen wir uns Bett und freuen uns so ganz uns gar nicht auf den morgigen Tag.

Hotel: Hampton Inn & Suites Las Vegas South - Henderson, NV
Bewertung: sehr gut ++++
Bemerkung: super schön und recht neu, tolles Zimmer
Wetter: 51°F (11°C) in Ridgecrest- 84°F (28°C) im Death Valley - sonnig
Sights: Trona, Death Valley
Wanderungen: Natural Bridge Trail
Abendessen: Olive Garden, Henderson, NV - Nudlen + Salat