Tag 5 - Sonntag - 23.09.2018
Sunrise: 07:16   Sunset: 19:24

Lehi, UT - Salt Lake City, UT - Lehi, UT

Heute ist Sonntag, das heißt, es werden sehr viele Leute unterwegs sein, so stehen wir auch wieder um 05:30 Uhr auf, was uns keine Probleme bereitet. Wir leiden zwar nicht sehr unter den Folgen des Jetlags, dennoch sind wir früh wach, weil wir auch recht zeitig schlafen gehen.

Wir verzichten auf das Frühstück im Hotel und essen unser Müsli mit Joghurt, das wir immer dabei haben. Zudem haben wir uns Teebecher gekauft, Teebeutel, und einen Wasserkocher haben wir eh immer dabei. So bekommt man heißen Tee. Das Wasser aus den Thermoskannen im Hotel enthält oft nur lauwarmes Wasser, denn es könnte sich ja jemand an dem heißen Wasser verletzen, was dann teuer für das Hotel würde.

Wir sind auf jeden Fall gut versorgt und werden auch satt. Unsere Koffer müssen wir heute nicht einpacken, denn wir bleiben zwei Nächte hier.
Der heutige Plan sieht vor, erst in den Bergen oberhalb von Salt Lake City etwas zu wandern, dann die Stadt anzusehen und bei übriger Zeit noch rüber nach Antelope Island zu fahren.

Gegen 07:30 Uhr fahren wir durch die leere Stadt bzw. Vororte und finden die Suburbs von SLC ganz schön, alles sehr gepflegt. Wir fahren nach Osten auf der 201 immer den Berg hinauf. Immer höher windet sich die Straße, es wird von Minute zu Minute kühler. Schon bald befinden wir uns in einem Skigebiet.
Die Landschaft ist extrem schön, aber die Hotels, die hier hingesetzt wurden, sind einfach geschmacklose Betonbauten. Geradezu hässlich kann man das nennen. So hässlich, dass ich nur ein Bild gemacht habe.

Wie erwartet ist es extrem voll, bis an die Straße stehen die Autos, alle sind scharf auf die Laubfärbung und wollen hiken oder in der Natur relaxen.

Wir bekommen am Parkplatz zum Cecret Lake, den wir über eine gut zu befahrende Dirtroad erreichen, noch einen Platz. Nach einem kurzen Toilettengang, bei dem ich mir fast meinen Po abfriere, geht es auch schon los.
Natürlich ist es kalt, demnach tragen wir unsere dicken Jacken und lange Hosen, andere Wanderer sind nicht so verfroren, die gehen mit Shirt und Shorts los.

Wir sind heute wieder auf 2900 Metern Höhe, aber heute komme ich mit der Höhe nicht ganz so gut klar wie im Cedar Breaks, ich bin beim Laufen ein wenig kurzatmig und mir ist schwindlig. Daher gehen wir nur langsam zum Cecret Lake. Der einfache Weg beträgt 1,75 km, aber immer ansteigend. Danach geht der Weg noch weiter, immer höher natürlich, aber das schaffe ich heute nicht, war so geplant, aber das will ich nicht wagen. Ich muss ja eh mein Bein schonen, denn kurz vor der Reise hatte ich noch eine Reizung der Achillessehne. Eigentlich sollte ich eh nicht groß wandern, aber nicht wandern im Urlaub, das geht ja mal gar nicht.

Der See ist wunderschön gelegen, ganz idyllisch, immer noch ist es unwirklich, hier zu sein, wie ein Gemälde wirkt die ganze Szenerie.
Leider ist der See nicht so secret wie der Name vermuten lässt, es sind schon einige Besucher hier, aber alle verhalten sich ruhig und genießen oder laufen eh gleich weiter den Berg hoch.

Wir verweilen eine Weilchen, machen das ein oder andere Bild und genießen die frische Luft.
Der Rückweg ist dann easy immer den Berg runter zum Parkplatz, der mittlerweile überfüllt ist. Unser freier Spot wird schon sehnsüchtig erwartet.

Da wir jetzt eher mit der Wanderung fertig sind als erwartet, ist es natürlich klar, dass wir noch zur Antelope Island fahren, die befindet sich zwar ein ganzes Stück nördlich von SLC, aber wenn wir schon mal hier sind, nehmen wir das Highlight natürlich noch mit.

In den Bergen war die Luft klar, aber unten ist es diesig, dafür viel wärmer, wieder wird es bis zu 28 Grad warm.

Für die Inseln muss man Eintritt (10$ pro Auto) bezahlen, da es sich um einen State Park handelt. Auch hier ist es natürlich voll mit Sonntagsausflüglern und Touristen, aber das ist eben so an einem Sonntag, da müssen wir durch. Die meisten Leute tummeln sich am Strand. Sobald wir uns auf einen kleinen Hike begeben, treffen wir keinen mehr.

Vom Bridger Bay Campground laufen wir los, für ca. 1,8 km am Ufer des großen Salzsees entlang, dann drehen wir um. Zwischendurch machen wir viele Fotos von der Landschaft, einerseits ist es trist auf dieser Insel, andererseits aber auch nicht unschön. Es wachsen überall gelbe Blumen und die Felsen haben auch schöne Formen.
Schwer zu beschreiben. Seht selbst.

Ach ja, Bisons gibt es auch. Leider im Moment sehr weit weg.

Nach dem kleinen Spaziergang essen wir etwas am Auto und fahren dann noch ein gutes Stück auf der Parkstraße ab. Zwischendurch halten wir natürlich an besonders schönen Spots an.
Wir treffen dann auch noch eine ganze Herde von Bisons an. Zwar weit weg, aber die haben sicher keinen Bock auf Menschen, richtig so.

Ein junges asiatisches Paar lässt über der Herde eine Drohne steigen, was natürlich im Park ausdrücklich verboten ist. Aber das interessiert ja keinen mehr. Die Regeln sind nur für die anderen.

Da wir noch nach Salt Lake City wollen, verlassen wir den Park gegen 15:00 Uhr und fahren wieder in Richtung Süden, die Fahrt dauert fast eine Stunde. Am Parkausgang treffen wir noch den Burschen.

Wir geben das Capitol of Utah in das Navi ein und finden dort direkt einen kostenlosen Parkplatz. Das nutzen wir und gehen vom Capitol Hill runter zum Tempel und nach Downtown zu Fuß, weil wir dort nicht noch mal einen Platz suchen möchten, zudem sind wir ja mit ca. 7 km heute noch nicht so viel gelaufen.
Aber erst mal rein in das Capitol, es gibt keine Security und auch kein Visitor Center. Auf die Kuppel kann man auch nicht fahren, wir finden zumindest keinen Fahrstuhl, der bis nach oben fährt, also nehmen wir an, dass es nicht geht.

Von außen ist das Capitol schön, von der Innenraum-Architektur her haben wir schon schönere gesehen.

Nachdem wir alles fotografiert haben was ging, denn auch hier war es voll mit Gruppen von Leuten, Hochzeitsgesellschaften und Touristen, liefen wir runter in die Stadt, wo der Tempel steht.

Der Tempel ist auch ein imposantes Gebäude, leider ist es schwer, diesen auf Grund der Größe und der Lage inmitten des Zentrums gut abzulichten. Wir nutzen die super sauberen Toiletten im Besucher-Zentrum und hoffen, dass wir von den Mormonen nicht angesprochen werden und man uns bekehren will. Macht aber keiner. Ich hatte mal gehört, dass man hier missionieren will, aber das haben wir nicht beobachtet.

So, endlich haben wir mal den Tempel gesehen, ganz nach dem Motto „been there, done that.“

„Nice to have“, aber kein Muss. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Straßen bis zum alten Bahnhof vor. Leider kann man nicht rein, drinnen befindet sich kein Bahnhof mehr sondern eine Kneipe, die geschlossen hat.

Es geht dann zurück zum Capitol, ein paar Bilder machen wir noch, bevor wir ins Auto steigen.

In Richtung Hotel fahren wir auf der 89 so lange nach Süden, wie es geht, unterwegs wollen wir noch bei einem Walmart vorbei.

Jetzt sehen wir eine ganz andere Seite der Stadt, drinnen beim Tempel ist alles sehr sauber. Obdachlose oder Rumhänger sieht man kaum. Die sind alle hier entlang der 89 (State Street) bei den Shady Motels, Pawn Shops und Bars vertreten.

Der Walmart ist mitten in der Stadt, mit Parkhaus, wie man es auch von großen Supermärkten aus Deutschland kennt, wenn der Platz knapp ist. In den USA habe ich das so zum ersten Mal gesehen.
Das Publikum auf dem Parkdeck ist sehr interessant, eine Webseite/Facebook-Seite „People at Walmart“ würde man innerhalb von 5 Minuten mit sehr tollen Bilder voll bekommen.
Wie krass ist das denn hier, wir haben zum ersten Mal ein ungutes Gefühl, unser Auto stehen zu lassen. So bleibt Mario im Auto sitzen und ich husche schnell rein in den Laden und kaufe die Dinge, die wir benötigen. Ich finde alles fix und bin schnell wieder raus. Drinnen wäre man auch sehr befriedigt mit Bildern von „crazy people“ wieder rausgekommen. Man sieht ja so schon immer krasse Charaktere in den USA, aber das hier schlägt einfach alles.

Wir sind froh, diesen Ort wieder verlassen zu können. Es wird dunkel, so geben wir auch das Fotografieren an der 89 auf und fahren zurück auf die Interstate, die uns nach Lehi zum Hotel zurückführt.

Dort angekommen, freuen wir uns schon auf eine Pizza aus dem Pizza Studio. Aber nein, der Laden hat zu. So ein Mist, klar, wir befinden uns mit dem Hotel in einem Business Distrikt, dort ist am Sonntag nichts los.

Was nun, Nudelsuppe aus der Mikrowelle oder wir suchen uns was anderes. Fahren wir mal den Ort ab und gucken, was wir finden. Gerade als wir am Supermarkt austeigen wollen, fängt es in Strömen an zu schiffen, es ist aber in 5 Minuten wieder vorbei.
Im Supermarkt lacht uns ein gebratenes Hähnchen an, das kommt mit ins Zimmer.

Das Hähnchen ist ganz ok, das Innere etwas trocken, aber macht satt.

Nun ist schon der wunderbare 5. Tag zu Ende, warum rast denn die Zeit so?
Am Abend das Übliche: Fotos einlesen, grob drübersehen, ein bisschen kuscheln und vor 22 Uhr Licht aus.

Hotel: Hampton Inn & Suites Lehi, UT
Bewertung: sehr gut ++++
Bemerkung: Neues Hotel, schöne moderne Einrichtung
Wetter: Sonnig ein paar Wolken am Morgen 40°F (4,4°C) Mittags dann 85°F (29°C) am Abend etwas regen
Sights: Cecret Lake, Antelope Island, State Capitol, Salt Lake City
Wanderungen: Cecret Lake Trail , Lakeside Trail
Abendessen: Ein Chicken aus dem Supermarkt.

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