Tag 16 - Donnerstag - 04.10.2018
Sunrise: 06:59   Sunset: 18:31

Reno, NV – Berlin-Ichthyosaur SP - Austin, NV

Wir haben trotz meiner Schnupfennase wunderbar geschlafen, nur wurden wir wieder etwas früh, seitens der Baustelle vom Hotel nebenan, geweckt. Da wir aber eh früh raus wollten, war es zwar nervig, aber nicht so tragisch. Mein Gaumen/Hals tut immer noch weh, Mist.

Der Blick aus dem Fenster verspricht heute mittelmäßiges Wetter, wir hoffen ja auf tolles Fotolicht, ein ganz blauer Himmel ist zwar schön, aber für Fotos mögen wir auch mal ein paar Wolken, nicht ganz so viele wie gestern, eben eine Mischung. Aber das Wetter müssen wir eben nehmen, wie es kommt, und auch alles andere.

Nachdem wir unser Auto wieder bepackt haben, kann es losgehen, zuerst noch mal zum Walmart, ich benötige was gegen meine Erkältung. Dagegen hilft ja nichts, das ist mir klar, aber etwas zur Linderung des Halsweh wird es wohl geben. Ein paar Tabletten hatte ich noch aus Irland dabei. In den USA gibt es hauptsächlich was zur Unterdrückung mit Pseudoephedrin, das macht auch die Nase frei, aber wenn man das Zeug nicht mehr nimmt, wird es noch schlimmer.

Dann geht es auf nach Virginia City, einer alten Silberminen-Stadt in der Nähe.
Die Stadt ist touristisch aufbereitet, aber es soll noch vieles so belassen sein wie früher, wir sind gespannt.

Um dort hinzugelangen, fahren wir eine schöne Straße über einen Bergpass. Von dieser Stelle hat man eine tolle Sicht auf Reno. (Geiger Lookout Wayside Park)

In Virginia City fängt es etwas an zu regnen, ist aber nicht schlimm, da die Bürgersteige überdacht sind.

Virginia City entstand im Jahr 1859 als Boomtown mit der Entdeckung des Comstock-Lode, der ersten großen Entdeckung von Silberlagerstätten in den Vereinigten Staaten, mit zahlreichen Minen.
Auf dem Höhepunkt war die Stadt in der Mitte der 1870er Jahre sie hatte geschätzte 25.000 Einwohner. Die Produktion in den Minen ging nach 1878 zurück, und somit wurde die Stadt von vielen wieder verlassen.

Nach der Volkszählung von 2010 betrug die Einwohnerzahl von Virginia City ca. 855.

Virginia City könnte als Geburtsort des Pseudonyms “Mark Twain” betrachtet werden, da hier im Februar 1863 der Schriftsteller Samuel Clemens, damals Reporter der lokalen Zeitung Territorial Enterprise war, zuerst diesen Namen als Pseudonym benutzte.
Mehr zu Viginia City mit einem Klick auf das Foto.

Da nicht viel los ist an diesem Morgen, gefällt uns das sehr gut, hier rumzulaufen und Fotos zu machen. Die Läden, die noch geschlossen haben, interessieren uns eh nicht.
Andere Aktivitäten wie ein Minen-Besuch oder ein Fahrt mit dem Zug haben wir nicht vor.

Eine Stunde verbringen wir in dem schönen Bergort und machen uns dann auf den Weg nach Silver City, einer weiteren alten Minenstadt, die ist viel kleiner und besteht nur aus wenigen Häusern. Unterwegs steht das Gold Hill Hotel.

Bevor wir den Lincoln Highway nach Osten fahren, suchen wir am Stadtrand von Carson City noch fix den Beatle Spider auf, eine weitere Roadside-Attraktion. Diese Skulptur steht einfach so bei einem im Garten herum.

Jetzt geht unsere Fahrt wieder nach Osten, ich hatte ja im Vorwort schon erwähnt, dass wir eine Schlange fahren. Wir fahren jetzt im Prinzip das Stück auf dem Highway 50 zurück, das wir zuvor auf oder entlang der I-80 nach Westen gefahren sind.

Das Endziel für heute ist Austin, NV.
Wir halten immer dann, wenn wir ein tolles Motiv sehen, zum Beispiel in dem kleinen Ort Dayton, NV.

Einen längeren Stopp legen wir in Fallon, NV, ein.

Dann liegt der endlose Highway 50 für eine lange Zeit vor uns, immer wieder müssen wir anhalten, um die Straße zu fotografieren. Wir lieben diese langen, endlos erscheinenden Highways.

Eine Vollbremsung wird es an dieser Stelle, es hat hier so viel geregnet, dass sich ein kleiner See gebildet hat, wie geil schaut das denn aus. Bombastisch cool.

In Middlegate gibt es einen Shoetree, ich weiß zwar nicht, was daran so besonders sein soll, seine alten Schuhe in die Natur zu werfen, aber irgendwas muss es damit auf sich haben, dass es bei Roadside America gelistet ist.

Bei Middlegate biegen wir auf eine kleinere Straße (361) ab, um nach Berlin, NV, zu kommen.

Diesem Hwy folgen wir, bis die 844 nach links abzweigt, diese wird nach einigen Kilometern zur Gravelroad. Schon bald sehen wir vor uns die ersten Holzhütten des Berlin-Ichthyosaur State Parks auftauchen.

Wir parken unser Auto vor dem Eingang und zahlen 3$ pro Person. Der Ranger sagt uns, dass wir auch reinfahren können, aber wir wollen laufen, er findet das ungewöhnlich.
Das Gelände ist jetzt nicht so groß und zu Fuß ist man doch flexibler.

Wir sind hier ganz alleine, das gefällt uns super. So können wir alles ganz in Ruhe erkunden. Das Wetter ist ziemlich geil heute, es ist zwar nicht ganz warm, aber der Himmel ist bombastisch.

Die Stadt Berlin, Nevada, entstand 1896, als in der Nähe erhebliche Goldadern entdeckt wurden. Insgesamt produzierte die Berliner Mine 42.000 Unzen (1.306.346 kg) Gold, die alle mit Hilfe von Hard-Rock-Mining-Techniken aus den Tunneln entfernt wurden. Die Mine wurde 1911 unrentabel und die Stadt Berlin wurde kurz darauf verlassen.

Heute steht die Erzmühle noch und die Hallen, in denen das Gold aufbereitet wurde, können besichtigt werden.
Andere Gebäude, die noch stehen, sind Wohnhäuser, Schmieden, Kutschengeschäft und andere Werkstätten. Alle Gebäude können von außen besichtigt werden.

Unsere Kameras glühen, das ist richtig super hier.
Nach ca. 1,5 Stunden haben wir unsere Runde beendet und fern am Horizont sehen wir heftige Wolken nahen.

Das schaut nicht gut aus, also doch, auf den Bildern schaut es gut aus.

Aber für unser Vorhaben, auf Gravelroads weiterzufahren, eher nicht.
Da droht wohl Starkregen.

Eigentlich wollte ich von Berlin aus weiter über die Dirtroad 844, später auf dem Highway 21 nach Austin düsen. Das bespreche ich mit dem Ranger, aber der rät uns davon ab und meint, die Straße wäre extrem ausgewaschen und es wird ja auch gleich wieder regnen.

Da wir nicht sehr risikofreudig sind und auch am Leben hängen, fahren wir den ganzen Weg zurück.

Kurz halten wir noch in Gabbs, NV. In diesem heruntergekommenen Ort leben wohl einige Minenarbeiter, die meisten in Wohnwägen. Wieder so ein Ort, in dem man einen Horrorfilm drehen könnte.

Als wir sicher auf dem Highway zurück sind, sehen wir es weit hinten regnen, aber wir bekommen nichts ab.

In Austin angekommen, ist es allerdings sehr dunkel, wir rechnen noch mit einem Unwetter, aber es hat sich an einem anderen Ort entladen.

In unserem Motel, das wir erst suchen müssen, da wir erst nicht fassen können, dass wir in Containern übernachten, ist kein Besitzer anwesend. Alle Schlüssel sind in Briefumschlägen in einem Kasten vor dem Haus untergebracht.
Wir gehen in unser Zimmer, das macht dem Namen alle Ehre. Wir sind im Cozy Mountain Motel. Das Zimmer ist winzig, aber extrem sauber und gemütlich.

Leider spürte ich am Abend wieder meine Erkältung schlimmer, mein Hals kratzt und die Nase ist dicht, Shit. Ich mache daher ein Dampfbad mit Chinaöl und nehme noch mal Halsschmerztabletten.

Es ist etwas schwierig in dem Zimmer, die Koffer unter zubringen, daher packen wir das Nötigste aus und lassen die Koffer dann im Auto.
Da wir Hunger haben, schauen wir noch im Ort, ob es etwas gibt – wir finden nur eine schäbige Bar. Alle Augen sind auf uns gerichtet, als wir die Bar betreten. Ein Duft von ranzigem Fett und Schweiß steigt aus der warmen Luft in unsere Nasen. Wir schauen uns das nur kurz an und drehen auf dem Fuß um.

Wir essen auf dem Zimmer mal wieder ein paar Nudeln. Lecker.

Zeitig geht es ins Bett, was soll man auch sonst machen in dem kleinen Zimmer.

Hotel: Cozy Mountain Motel - Austin, NV
Bewertung: gut +++
Bemerkung: Cozy - sehr kleines Zimmer aber sauber
Wetter: am Morgen Regen - Nachmitags Heiter bis Wolkig 62°F (17°C)
Sights: Virginia City, Silver City, Fallon, Berlin,
Wanderungen: -
Abendessen: Nudelsuppe im Zimmer

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